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Fälle · Fallstudie

Athens Cooling Havens: Klimainnovation im 18. Bezirk

Kühlende Oasen im Betondschungel: Wie holen wir die athenische Klimainnovation nach Pestszentlőrinc–Pestszentimre?

Living Lab-Redaktion Wissensdatenbank · Fälle
4 Min. Lesezeit 2026

Der Klimawandel ist am deutlichsten in den Städten spürbar: bebaute, betonierte Flächen heizen sich auf, und die sommerliche Hitze belastet die Bevölkerung zunehmend. Im Rahmen des europaweiten Projekts Athens Cooling Havens arbeitet das InnoK-Institut für Wissensmanagement daran, durch das Zusammenspiel von Technologie und Natur echte Kühlpunkte im 18. Bezirk von Budapest zu schaffen.

1. Was ist Athens Cooling Havens?

Athens Cooling Havens ist eine mit Unterstützung der Europäischen Union im Rahmen der Europäischen Stadtinitiative (EUI) laufende Initiative, die auf die Entwicklung eines hybriden, städtischen Kühlsystems abzielt. Ziel ist die Schaffung von „kühlenden Oasen", die mediterrane Erfahrungen an das kontinentale Klima anpassen und so die Auswirkungen der städtischen Hitze mildern.

Die durchführende Organisation des Projekts ist die InnoK Institut für Wissensmanagement Nonprofit Kft., und der Standort ist der 18. Bezirk von Budapest, Pestszentlőrinc–Pestszentimre — der im Projekt als „Transfer City" teilnimmt, also als Stadt, die das athenische Wissen übernimmt und adaptiert.

2. Die zwei Säulen des Kühlsystems

Die Lösung beruht nicht auf einem einzigen Gerät, sondern auf zwei einander ergänzenden technologischen Komponenten:

  • Kreislaufwasserwirtschaft — das Sammeln und Reinigen von Regenwasser und anderen alternativen Wasserquellen, damit das System nachhaltiges, lokal verfügbares Wasser nutzt.
  • Smart Cooling — KI-gesteuerte adiabatische Kühlung, die aus dem genutzten Wasser energiesparend ein kühles Mikroklima erzeugt.

Zusammen bilden die beiden Elemente ein geschlossenes, kreislaufförmiges System: Das gesammelte und gereinigte Wasser speist die intelligent gesteuerte Kühlung, sodass die Kühlpunkte mit möglichst wenig externen Ressourcen arbeiten.

3. Internationale Partnerschaft, lokale Umsetzung

Das Projekt wird in einem internationalen Konsortium umgesetzt, in dem jeder Teilnehmer seine eigene Rolle erfüllt:

  • Athen (Griechenland) — die Wissensquelle, aus der die bewährte Praxis der kühlenden Oasen stammt.
  • Roeselare (Belgien) — Partnerstadt.
  • Sofia (Bulgarien) — Partnerstadt.

Die Umsetzung erfolgt zudem unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung und der Stakeholder, denn die Kühlpunkte müssen in der realen städtischen Umgebung des 18. Bezirks funktionieren.

4. Die Rolle von InnoK

Aufgabe des Instituts sind Forschung und Entwicklung sowie die Anpassung der mediterranen Technologie an das heimische, kontinentale Klima. Die konkreten Arbeitsschritte sind:

  • Vor-Ort-Studien in Athen, das Kennenlernen der bewährten Lösungen;
  • Erstellung einer Machbarkeitsstudie;
  • Durchführung der rechtlichen und technischen Vorbereitung;
  • Wissenstransfer und Adaption der guten Praktiken für den 18. Bezirk.

5. Das Endziel: ein investitionsreifer Plan bis 2028

Das konkrete Ergebnis des Projekts ist ein investitionsreifer Replikationsplan, der bis Mai 2028 fertiggestellt werden muss. Der Plan ist kein Selbstzweck: Er gießt die lokale Adaption des athenischen Wissens in eine Form, die zu einer realen Entwicklung werden kann — für einen lebenswerteren, grüneren 18. Bezirk.

Living Lab-Perspektive. Athens Cooling Havens ist ein interessanter Fall, weil die Logik der „Transfer City" genau dem Living-Lab-Ansatz folgt: Eine andernorts bewährte Lösung wird nicht durch Kopieren übertragen, sondern durch eine an das lokale Klima sowie das rechtliche und technische Umfeld angepasste Adaption, auf realem städtischem Terrain, unter Einbeziehung der Bevölkerung.

Kernaussagen

  • Athens Cooling Havens ist ein von der Europäischen Stadtinitiative (EUI) der EU gefördertes Projekt, das im „Transfer City"-Status des 18. Bezirks ein hybrides städtisches Kühlsystem entwickelt.
  • Die zwei Säulen des Systems sind die Kreislaufwasserwirtschaft (Sammeln und Reinigen von Regenwasser) und die KI-gesteuerte adiabatische Smart Cooling.
  • Athen liefert das Wissen, Roeselare und Sofia sind Partnerstädte; Aufgabe von InnoK sind die Vor-Ort-Studien, die Machbarkeitsstudie und die rechtlich-technische Adaption.
  • Bis Mai 2028 zielt das Projekt auf die Erstellung eines investitionsreifen Replikationsplans für einen lebenswerteren, grüneren Bezirk.

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