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Methoden · Soziale Innovation

Die sechs Phasen der sozialen Innovation

Das „sechsstufige Modell“ von Murray, Caulier-Grice und Mulgan (2010) darüber, wie eine soziale Neuerung von der Entstehung der Idee bis zur gesellschaftlichen Verankerung gelangt.

Living Lab-Redaktion Wissensdatenbank · Soziale Innovation
3 Min. Lesezeit 2026

Der Begriff der sozialen Innovation erhielt zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine neue Bedeutung, als Geoff Mulgan und seine Mitarbeiter (The Young Foundation, NESTA) ein umfassendes Modell zur Beschreibung des Lebenszyklus sozialer Neuerungen entwickelten. Das von Murray, Caulier-Grice und Mulgan (2010) entwickelte „sechsstufige Modell“ versteht Innovation nicht als ein isoliertes Ereignis, sondern als einen iterativen Lernprozess.

1. Die sechs Phasen des Modells

Das Modell begleitet den gesamten Weg von der Entstehung der Idee bis zur gesellschaftlichen Verankerung und unterscheidet sechs Hauptphasen:

  1. Problemidentifikation und Inspiration — ein tieferes Verständnis gesellschaftlicher Herausforderungen, Datenerhebung, Stakeholder-Analyse.
  2. Ideengenerierung — die Erarbeitung neuer Lösungsansätze, häufig in Zusammenarbeit mehrerer Sektoren (z. B. Staat–Zivilgesellschaft–Wirtschaft).
  3. Prototypenentwicklung — die Erstellung experimenteller Modelle, die Erprobung der Machbarkeit in einer realen Umgebung.
  4. Implementierung — die Einführung des erfolgreichen Prototyps, der Aufbau eines institutionellen Rahmens.
  5. Verbreitung — die Übernahme funktionierender Lösungen durch andere Organisationen und Gemeinschaften.
  6. Verankerung und Erhaltung — die langfristige Stabilisierung der Innovation, wenn die neue Praxis zur Norm wird.

2. Nicht linear, sondern ein rückkopplungsgesteuerter Zyklus

Eine der wichtigsten Lehren des Modells ist, dass soziale Innovation nicht linear verläuft, sondern ein von Rückkopplungen geprägter Zyklus ist, in dem Erfahrung und Anpassung eine Schlüsselrolle spielen. Diese Logik eignet sich besonders zur Deutung städtischer Pilotprogramme und gemeinschaftlicher Innovationen, da sie nicht nur der Schaffung, sondern auch den Lern- und Erhaltungsdimensionen Aufmerksamkeit schenkt.

Zentrale Erkenntnisse

  • Das sechsstufige Modell (Murray, Caulier-Grice und Mulgan, 2010) beschreibt den gesamten Lebenszyklus der sozialen Innovation, von der Problemidentifikation bis zur Verankerung.
  • Innovation ist ein iterativer Lernprozess: nicht linear, sondern ein von Rückkopplungen geprägter Zyklus.
  • Neben der Schaffung achtet das Modell auch auf die Lern- und Erhaltungsdimensionen und lässt sich daher gut auf städtische Pilot- und Gemeinschaftsprogramme anwenden.

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