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Hintergrundwissen · Soziale Innovation

Die Theorie des sozialen Unternehmertums

Die Theorie des sozialen Unternehmertums besagt, dass wirtschaftliche Tätigkeit nicht nur Gewinn, sondern auch gesellschaftlichen Wert schaffen kann — an der Schnittstelle von Non-Profit-Sektor und Marktlogik.

Living Lab-Redaktion Wissensdatenbank · Soziale Innovation
4 Min. Lesezeit 2026

Die Theorie des sozialen Unternehmertums wurde Ende des 20. Jahrhunderts zu einem eigenständigen Forschungsfeld, an der Schnittstelle von Non-Profit-Sektor und Marktlogik. Diese Zusammenfassung stellt den Kern des Modells dar: wie eine Organisation zugleich wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich nützlich sein kann.

1. Unternehmerische Mittel, gesellschaftlicher Zweck

Im Mittelpunkt dieses Ansatzes steht die Auffassung, dass wirtschaftliche Tätigkeit nicht ausschließlich gewinnorientiert ist, sondern auch auf die Schaffung gesellschaftlichen Werts abzielen kann. Demnach sind soziale Unternehmen Organisationen, die mit unternehmerischen Mitteln auf gemeinschaftliche oder gesellschaftliche Probleme reagieren und ihre Einnahmen für die Verwirklichung ihrer sozialen Ziele einsetzen.

2. Die doppelte Wertschöpfung

Auf theoretischer Ebene beruht das Modell auf dem Begriff der „doppelten Wertschöpfung“: Soziale Unternehmen wollen zugleich wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich nützlich sein. Der Forschung zufolge liegt das Wesen des sozialen Unternehmertums nicht allein im Geschäftsmodell, sondern im ethischen und gemeinschaftlichen Sendungsbewusstsein, das die Triebkraft der Innovation ist.

3. Ein Pfeiler der „social impact economy“

Das Konzept ist besonders tragfähig für das Verständnis jener gemeinschaftlichen Initiativen, bei denen der Schlüssel zur Nachhaltigkeit in der Verbindung von wirtschaftlicher Eigenständigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung liegt. Es ist kein Zufall, dass soziale Unternehmen auch in der Innovationspolitik der EU und der OECD zu einem der grundlegenden Pfeiler der „social impact economy“ geworden sind.

Kernaussagen

  • Das soziale Unternehmertum reagiert an der Schnittstelle von Non-Profit-Sektor und Marktlogik mit unternehmerischen Mitteln auf gesellschaftliche Probleme und setzt seine Einnahmen für seine sozialen Ziele ein.
  • Der Kern des Modells ist die „doppelte Wertschöpfung“: zugleich wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich nützlich — angetrieben von einem ethischen und gemeinschaftlichen Sendungsbewusstsein.
  • In der Innovationspolitik der EU und der OECD ist das soziale Unternehmertum einer der Pfeiler der „social impact economy“.

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